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Dissertation: Bezugspunkt Gesellschaft

Über den weitverbreiteten Vorwurf, die Wirtschaft sei schuld, wenn an der Bildung gespart wird

Rezension von Rupert Riedl: Die unheilige Allianz. Bildungsverluste zwischen Forschung und Wirtschaft.

 

(7. September 2018)

 

Rupert Riedl: Die unheilige Allianz. Bildungsverluste zwischen Forschung und Wirtschaft. WUV Universitätsverlag, Wien 2004. (128 Seiten)

 

Warum ich dieses Buch bespreche

Erstens, warum ich es jetzt bespreche: weil es mir jetzt in die Hände gefallen ist. Die Bibliothek der Technischen Universität Wien hat es ausgeschieden, und es ist mir in die Hände gefallen. Zweitens, warum ich es überhaupt bespreche: Es repräsentiert eine Denkweise, die ich seit langem kenne und mit der ich vertraut bin. Sie wurde in der Zeit, als ich aufwuchs (in den 1980er Jahren) von vielen Menschen vertreten – und ich habe auch einmal so gedacht, bevor ich dazugelernt habe. Aber sie ist auch heute noch verbreitet. Ich würde diese Denkweise als die von jungen, naiven linksorientierten Studenten beschreiben, nur dass sie hier von Rupert Riedl (1925-2005), einem emeritierten Professor der Zoologie vertreten wird.

 

1. Falsche begriffliche Unterscheidungen und Zuordnungen

Was mit dieser Denkweise nicht stimmt, und das werden wir uns gleich genauer anschauen, ist eine Reihe von falschen Unterscheidungen und Zuordnungen sowie etwas, das ich „Organisationenblindheit“ nenne, das ist die Blindheit für die Funktionsbedingungen von sozialen Organisationen, für ihre Bedürfnisse und materiellen Voraussetzungen. Das bedeutet, im Grunde geht’s hier um Philosophie, denn Unterscheidungen richtig zu treffen und ihnen die passenden Eigenschaften zuzuordnen, ist begriffliche Arbeit, und das gehört traditionell zum Core Business der Philosophie.

Worum geht’s nun in dem Buch von Rupert Riedl? Die unheilige Allianz, die Riedl sieht, ist jene zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie richtet sich gegen die Bildung, und Bildung ist für Riedl dasjenige, was uns vor größerem ökologischem Schaden bewahren könnte.

Riedl sieht den Zusammenhang zwischen Bildung und Naturschutz folgendermaßen: Bildung besteht darin, dass die Menschen fachübergreifende Zusammenhänge überblicken (oder es zumindest versuchen) und lernen, was sie an Information brauchen, um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können.

Die Wirtschaft aber drängt die Wissenschaft in einen Reduktionismus, also in eine Zurückführung komplexer auf einfache Sachverhalte. Dadurch entsteht Wissen, mit dem man in die Welt eingreifen kann, noch bevor man sie überhaupt verstanden hat. Was man nicht versteht, das sind die komplexen Ökosysteme, in die man mit wissenschaftlich-technischem Wissen eingreift, und die man aufgrund des reduktionistischen Weltbilds nicht in der ihnen entsprechenden Komplexität wahrnimmt. Die Gefahr dabei liegt darin, dass man Prozesse anstößt, die sich in der Folge nicht mehr umkehren lassen; aufgrund ihrer Komplexität ist unsere Welt eine, die sich nicht reparieren lässt.

Die Wirtschaft trägt in der Sichtweise Riedls deshalb schuld an dieser Entwicklung, weil die Konzerne Profite benötigen und deshalb nach Menschen suchen, die Macher sind und in die Welt eingreifen; gebildete Menschen hingegen seien Warner, die eher dazu neigen, von riskanten Eingriffen in die Natur abzuraten. Deshalb nützen sie der Wirtschaft nicht.

Oder, in Riedls eigenen Worten:

„Die Unheilige Allianz wird also letztlich durch ein weltweites Wirtschaftssystem von Kapital, Konkurrenz und Gewinnmaximierung angetrieben. Staaten fördern eher das Machbare als die Bildung. Ihre Bildungsstätten verkommen zu Ausbildungsstätten, locken und fördern die Industrie, die keine Bildung benötigt. Disziplinen, die das Machbare anbieten, dominieren die Forschung, führen zu einer Dominanz der Macher einer unverantworteten Macht. Unbestreitbar spezialisierte Kapazitäten ihrer Fächer legitimieren nun umgekehrt im Strome des ontologischen Reduktionismus die Machbarkeitsideologie einer reparierbaren Welt, erlauben den Konzernen, in die komplexe Welt einzugreifen, ohne dass sie verstanden ist. Ein Teufelskreis.“

(S. 77)

 

Was nun den Tatbestand betrifft, so würde ich Rupert Riedl zustimmen: Die Menschheit greift heute in verschiedenen Bereichen in komplexe Systeme ein und weiß nicht, wie sie sie reparieren könnte, wenn es schiefgeht.

Nicht übereinstimme ich mit Riedl in der Ursachenbestimmung und in der Kur, die er gegen dieses Übel vorschlägt, nämlich, dass bessere Bildung aus den Menschen bessere Verantwortungsträger macht und diese dann dazu tendieren, vom Lager der Macher in jenes der Warner überzuwechseln.

Damit meine Meinung verständlich wird, werfen wir einen kurzen Blick auf die Unterscheidungen, die Riedls Weltbild zugrunde liegen:

STAAT

WIRTSCHAFT
Wissenschaft Konzerne
Kooperation Konkurrenz
Erkenntnis Profit
öffentlich privat
Bildung Ausbildung
demokratisch von den Besitzenden gelenkt

Er konstruiert also einen grundlegenden Gegensatz, Staat / Wirtschaft, und ordnet diesem weitere Gegensätze (Wissenschaft / Konzerne etc.) zu. Die Wirtschaft ist das Böse, der Staat ist dasjenige, von dem er sich die Rettung erhofft. Die logische Folge, wenn man sich am Geländer dieser parallelisierten Unterscheidungen anhält, ist, dass man alles, was auf der linken Seite der Tabelle steht, stärken, und alles, was auf der rechten Seite steht, schwächen muss, damit die Lage besser wird. Also: mehr Kooperation, weniger Konkurrenz; mehr Bildung, weniger Ausbildung etc.

Ein solches System von parallelisierten Unterscheidungen ist die Grundlage eines jeden jungen, sozial orientierten Studenten oder älteren engagierten Weltverbesserers, und auch ich war solange in ihm gefangen, bis ich gelernt habe, dass es eine Fiktion ist.

(Von wem ich das gelernt habe:

Klaus Türk, Thomas Lemke, Michael Bruch:
Organisation in der modernen Gesellschaft. Eine historische Einführung.
2. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006 (2002).
)

In Wirklichkeit spielt sich nämlich auf beiden Seiten der Tabelle dasselbe ab: Organisationen vermehren sich, wachsen und gedeihen. Eine Organisation ist eine zentral gelenkte soziale Organisationseinheit. Insofern ist ein Wirtschaftskonzern in gleicher Weise eine Organisation wie ein Staat oder eine Regierung. Coca Cola ist nichts wesentlich anderes als ein Staat wie Österreich, Frankreich oder die U.S.A. – das ist es, was naive Linke nicht verstehen können: Sie wenden sich gegen Coca Cola und andere Konzerne, weil sie sie für undemokratisch und für Instrumente des Kapitalismus halten, und stellen sich anstatt dessen auf die Seite des Staates, von dem sie alles Heil erwarten; in Wirklichkeit engagieren sie sich gegen bestimmte Organisationen und für andere, aber eigentlich ohne sich dessen bewusst zu sein und auch ohne zu wissen, warum die eine Organisation (z.B. der Staat) besser sein sollte als die andere (ein Konzern).

Damit sie wüssten, ob sie eine gute Wahl treffen, müssten sie die bestehenden Organisationen zuerst einmal überhaupt in ihrer Existenz wahrnehmen. Anstatt dessen schreiben sie dem Staat einfach irgendwelche Funktionen zu, von denen sie hoffen, dass er sie übernimmt. Aber sie tun das in Unkenntnis seiner Funktionsprinzipien als Organisation, deshalb handelt es sich um nicht mehr als um bloße Wunschbilder, wenn sie sagen, der Staat sei demokratisch und um das öffentliche Interesse besorgt; diese Wunschbilder verstärken sie dann noch, indem sie der „Wirtschaft“ entgegengesetzte Eigenschaften – wie undemokratische Lenkung und Orientierung an Privatinteressen – zuschreiben.

Ich weiß, dass ich mit meiner Argumentation überzeugte Sozialisten und Kommunisten nicht überzeugen werde können, aber für die jungen Leute, die, wie ich selber in meinen 20ern es war, verwirrt und desorientiert sind, will ich es versuchen:

  • Staat=demokratisch, Wirtschaft=undemokratisch – wie sieht’s damit aus? Als Wähler gebe ich einmal in vier Jahren meine Stimme ab, und sie hat dabei das Gewicht von einem Mehreremillionstel. Als Konsument gebe ich täglich unzählige Male meine Stimme ab, indem ich Dinge kaufe oder nicht kaufe. Mein gesamter Lebensstil drückt sich in meinen Kaufentscheidungen aus und teilt sich dem Wirtschaftssystem mit. Dabei finden sich oft Dinge, die ich zu 100% kaufen will, oder die ich so abscheulich finde, dass ich sie zu 100% nicht kaufe, während es mir noch nicht passiert ist, dass es eine Partei gegeben hätte, von der ich gesagt hätte, sie hat genau die Werte, die ich auch habe, und ich unterstütze sie zu 100%. Letztlich teilt sich wahrscheinlich dem politischen System ein ziemlich verzerrtes Bild davon mit, was die BürgerInnen eigentlich wollen, wenn diese bei der Wahl aus dem Angebot jene Partei auswählen, die ihnen am wenigsten missfällt.
  • Staat=am allgemeinen Wohl orientiert, Wirtschaft=am Interesse der Shareholder orientiert, wirtschaftet in die eigene Tasche. Muss ich daran erinnern, dass in der Demokratie mehrere Parteien um die Anerkennung durch die Wähler konkurrieren? „Partei“ kommt von lat. pars, partis, das heißt „Teil“. Parteien heißen so, weil sie ein gesellschaftliches Teilinteresse vertreten, das ihrer Klientel; für die Sozialdemokraten sind das die Arbeiter, für die Volksparteien die Bauern und kleinen Gewerbetreibenden. Wird eine Partei in die Regierungsfunktion gewählt, dann macht sie ihr Teilinteresse zum Interesse des gesamten Staats, eine Legislaturperiode lang. Wirtschaftsunternehmen hingegen bieten in der Öffentlichkeit eine Leistung an. Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen sich ausreichend viele KäuferInnen finden, das sind Personen oder Organisationen, die der Ansicht sind, dass das angebotene Gut seinen Preis wert ist. Daneben gibt es noch börsennotierte Unternehmen; dabei handelt es sich um öffentliche Unternehmen, an denen sich jeder Mensch beteiligen kann oder auch nicht; auch Aktienkäufe und –verkäufe sind so etwas wie tägliche Stimmabgaben und Beurteilungen von Unternehmen durch ihre Aktionäre.
  • Staat=Kooperation, Wirtschaft=gnadenlose Konkurrenz. Ein Blick in die Medien sollte genügen, um sich davon zu überzeugen, dass in der Politik ein permanentes, gnadenloses Hickhack herrscht.
  • Staat=langfristiges Vorausdenken, Wirtschaft=auf kurzfristige Gewinnoptimierung aus. Die Erfahrung lehrt, dass der Zukunftshorizont von Politikern gewöhnlich höchstens bis zur nächsten Wahl reicht; Unternehmen hingegen investieren oft viel Geld in Forschung und Entwicklung, um neue Geschäftsfelder aufzubauen, die erst in zehn oder zwanzig Jahren profitabel werden.

Dieses Spiel könnte man weiterspielen. Seine Moral ist jetzt schon klar: zu zeigen, dass all die Zuschreibungen von Eigenschaften (gemeinsam mit ihren Bewertungen als gut oder böse), wie sie in der obenstehenden Tabelle aufgelistet sind, nicht halten, wenn man genauer hinschaut.

Machen wir daher eine realitätsgerechtere Unterscheidung und erstellen wir eine entsprechende Tabelle:

ORGANISATIONEN

INDIVIDUEN (EINZELMENSCHEN)
Staat (Regierung)  
Konzerne  
Universitäten  
Wissenschaft  
Wissenschaftliche Disziplinen  
Ausbildung Bildung
Konkurrenz Konkurrenz
Kooperation Kooperation
öffentlich öffentlich
privat privat

Was will ich mit dieser (unvollständigen) Tabelle sagen?

  1. Das Wichtigste ist, dass wir jetzt staatliche und privatwirtschaftliche Organisationen auf derselben Seite haben. Sie gleichen sich mehr als sie sich voneinander unterscheiden. Aber sie unterscheiden sich vom einzelnen Menschen, weil sie anders funktionieren als er.
  2. Organisationen stehen, genauso wie einzelne Menschen, in Konkurrenz zueinander, aber sie kooperieren auch miteinander.
  3. Beiden Seiten schreibe ich „öffentlich“ und „privat“ zu, weil es Organisationen so an sich haben, dass sie Botschaften öffentlich proklamieren, aber sie intern, hinter geschlossenen Türen, treffen. Organisationen sind an sich etwas, das sich gegenüber der Öffentlichkeit teilweise verschließt, um einen inneren Raum zu bilden, der eben nicht öffentlich ist. Dazu kommt, dass die Privatwirtschaft im Zentrum des öffentlichen Interesses steht, weil die volkswirtschaftliche Leistung und damit das Steueraufkommen von ihr abhängen. Auf der anderen Seite gibt es Individuen, die sich mehr oder weniger ins Licht der Öffentlichkeit stellen wollen.
  4. Bildung allerdings steht nur auf der rechten Seite. Das ist deshalb so, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es Sinn macht, den Staat oder die Universitäten an ihre „Bildungsaufgabe“ zu erinnern. Warum ich nicht glaube, dass das Sinn macht, darum soll es im Folgenden gleich gehen.

 

2. Wie Organisationen funktionieren

Wenn man solche Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung behandelt, wie Rupert Riedel es in seinem Buch Die unheilige Allianz tut, dann käme es, habe ich behauptet, zuerst einmal darauf an, die in diesem Bereich aktiven Organisationen zu sehen und zumindest ansatzweise zu verstehen, wie sie funktionieren.

Also: Eine Organisation ist eine Einheit, die sich bildet und die mit ihrer Umwelt in einem Austauschprozess steht. Sie liefert bestimmte Leistungen an ihre Umwelt ab und bezieht dafür von ihr bestimmte Ressourcen. Um welche Leistungen es sich dabei handelt, hängt von der jeweiligen Organisation ab; bei den Ressourcen hingegen spielt Geld immer eine wichtige Rolle.

Man muss sich also eine Organisation als eine Art sozialen Motor vorstellen, der Kraftstoff verbraucht. Allein, wenn man das verstanden hat, hat man schon mehr verstanden als Rupert Riedl, denn er argumentiert folgendermaßen:

Die Konzerne sind nur an Profit interessiert (=der Treibstoff der Konzerne), der Staat und die Universitäten hingegen sollten die Bildung der Bürger befördern, weil diese sie verständiger für komplexe Zusammenhänge mache und dadurch zu Warnern vor Eingriffen in die Natur. Auf diese Weise könnte durch mehr Bildung der ökologische Kollaps verhindert werden, die Erde würde überleben – und das müsste doch im Interesse des Staates sein, weil dieser das öffentliche Interesse im Auge hat. Seine Denkweise führt Riedl dazu, dass er mit völligem Unverständnis vor der Tatsache steht, dass der Staat zum Teil Vertreter der Wirtschaft in die Universitäten einlädt, um bei Universitätsreformen mitzudiskutieren oder bei Personalbestellungen mitzustimmen.

Können wir nun die Denkweise Riedls mithilfe der Organisationen-Brille ein Stück weit aufklären? Was ist denn der Treibstoff des Staates? Lebt der Staat vom guten Gewissen, das er erlangt, indem er den ökologischen Kollaps verhindert – und ansonsten von Luft? Nein, der Staat lebt nicht von der Luft. Er lebt von Steuereinnahmen. Nun ist es zwar so, dass er die relative Höhe der Steuereinnahmen selbst bestimmen kann, weil er den Bürgern das Geld gewaltsam wegnimmt; aber ihre absolute Höhe kann er nicht bestimmen. Ihre absolute Höhe hängt nämlich davon ab, dass die Wirtschaft wächst. Aus dem Grund kann man sagen, dass der Staat vielleicht nicht an einer ganz so kurzen Kette am wirtschaftlichen Erfolg hängt wie Konzerne am Profit, aber sehr viel länger ist sie auch nicht.

Mit einem Wort, der Staat, wenn er in Zukunft mehr Steuerleistung erzielen will als jetzt, hängt er genauso vom wirtschaftlichen Profit ab wie die Konzerne. Es ist eine Illusion zu glauben, die Konzerne könnten ihren Weg nicht lenken, weil sie immer am kurzfristigen Profit orientiert sein müssten und der Staat könnte das aber schon – kann er nicht. Der Staat steht in Konkurrenz mit anderen Staaten und deren Volkswirtschaften. Verliert die eigene Volkswirtschaft technisch-innovativ den Anschluss, werden andere Volkswirtschaften erfolgreicher sein und das Steuereinkommen im eigenen Land wird sinken. Das wird den Bürgern nicht gefallen, und sie werden die Regierung abwählen. Das ist das übelste Ergebnis für den Staat, davor fürchtet er sich.

Der Staat hängt also vom Erfolg der Wirtschaft ab. Nun ist es aber so, dass er wenig von Wirtschaft versteht. Daraus erklärt sich, dass er Vertreter der Wirtschaft in die höheren Bildungsanstalten einlädt. Denn die höheren Bildungsanstalten sollen eben nicht nur die Bürger bilden, sondern sie zu tauglichen Arbeitnehmern für die Wirtschaft ausbilden. Die höheren Bildungsanstalten sind ein Teil der kostenintensiven Infrastruktur, die der Staat unterhält bzw. unterstützt. Der Staat muss daran interessiert sein, dass das Bildungssystem mit dem Berufs- und Wirtschaftssystem kompatibel bleibt. Denn wenn er an den Bedürfnissen der Wirtschaftsunternehmen vorbeiproduziert und Universitätsabsolventen fabriziert, die für der den Arbeitsmarkt ungeeignet sind, dann handelt er gegen seine eigenen Interessen = das Interesse, dass die zukünftigen Staatseinnahmen steigen werden.

Ist der Staat also nur eine Marionette der Wirtschaft? Nein, das ist er auch nicht. Allein die Tatsache, dass ein emeritierter Universitätsprofessor wie Rupert Riedl so ein Buch wie Die unheilige Allianz schreibt sowie die Denkweisen und die Stimmung, die Riedl in diesem Buch verbreitet, weisen darauf hin, dass das nicht der Fall sein kann. (Das Buch wurde übrigens vom Kulturamt der Stadt Wien gefördert, und die Stadt Wien wird seit mehr als hundert Jahren von der der Sozialdemokratischen Partei regiert.)

Man kann sich nun die Frage stellen: Wie kommt es, dass der Staat in vielen Fällen so merkwürdig laviert: Einerseits holt er bei Universitätsreformen die Vertreter von Wirtschaft und Industrie mit an Bord, andererseits erhält er so genannte „Orchideenfächer“ am Leben, an denen diese kein Interesse haben dürften; einerseits geht der Staat auf die Forderung der Wirtschaft ein, andererseits lässt er oft wirtschaftskritische oder sogar –feindliche Reden zu und fördert sie sogar.

Die Antwort ist, weil sich der Staat eben von der Wirtschaft unterscheiden will. Er ist zwar ebenfalls eine Organisation, wie auch die Wirtschaftsunternehmen und Konzerne Organisationen sind, aber eine andere Organisation als sie. Die Wirtschaftsunternehmen haben die Funktion übernommen, die BürgerInnen mit allen Produkten und Dienstleistungen ihres Bedarfs zu beliefern. Der Staat bemüht sich um die Funktionen, die darüber hinausgehen, zum Beispiel um die, Schiedsrichter zu spielen zwischen den einzelnen Wirtschaftstreibenden.

Nun ist es so, dass der Staat – wie grundsätzlich eine jede Organisation – zwei Möglichkeiten hat, um zu wachsen und wichtiger zu werden. Die eine Möglichkeit ist, dass er seine Einnahmen erhöht; dann hat er mehr zum Verteilen. Die andere ist, dass er auf der Angebotsseite arbeitet, indem er durch Marketing die Nachfrage fördert. Eben das tut der Staat, wenn er manchmal Dinge tut, die aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn machen oder Stimmen fördert, die gegen die Wirtschaft wettern.

Denn so wie Rupert Riedl gibt es viele Menschen im Land, die der Meinung sind, dass der Staat in bestimmten Bereichen das einzige Gegengewicht zur Wirtschaft darstellen könnte. Zum Beispiel dass der Staat als einziger für die Wirtschaft wertlose Orchideenfächer erhalten kann, die von gesamtgesellschaftlichen Interesse sind. Diese Menschen braucht der Staat. Die Stimmen derer, die die Lösung von vielerlei Problemen vom Staat fordern, sind ihm oft so wertvoll, dass sie die finanziellen Kosten, die mit ihrer Ablehnung alles Wirtschaftlichen einhergehen, aufwiegen. Denn es macht den Staat auch wichtiger, wenn viele Menschen im Staate den Staat für wichtig halten und wenn sie ihn für möglichst viele Probleme für zuständig halten. Nur so kann der Staat seinen Handlungsbereich – mit der Zustimmung der WählerInnen – widerstandslos auf weitere Bereiche ausdehnen, für die er bisher nicht zuständig war.

Fazit: Wenn man den Staat als Organisation auffasst, kann man erklären,

  • Warum der Staat im Allgemeinen im Sinne der Wirtschaft handelt;
  • Warum er bisweilen auch mal gegen die Interessen der Wirtschaft handelt und eine antiwirtschaftliche Rhetorik anstrengt oder toleriert. (Er ist schließlich wie der große Bruder, der bei allem gefragt werden will.)

Und wenn man einmal so viel verstanden hat, dann hat man schon unendlich viel mehr verstanden als Rupert Riedl und viele andere Menschen mit guten Intentionen, die ich in meinem Leben schon kennengelernt habe.

 

3. Der Grundirrtum von Riedls Buch: Mit Organisationen vernünftig reden wollen!

Damit kommen wir nun zum Grundirrtum von Riedls Buch. Sein Grundirrtum besteht darin, dass er meint, dem Staat und den Universitäten etwas erklären zu können, das vernünftig ist und Sinn macht, und dann zu erwarten, diese würden anschließend entsprechend handeln. Aber so funktionieren Organisationen nicht.
Hören wir noch einmal kurz Rupert Riedl zu:

„Was könnten denn unsere hohen Bildungsstätten, die Universitäten, zu einer Lösung beitragen? Von ihnen erwartet man die Förderung des uns verbleibenden Korrektivs: Bildung, die entgegen allen Zugzwängen, Missdriften und Mängel an Ethos die Bürger mit jener Weitsicht ausstatten würde, die helfen könnte, unseren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Und nun sehe man sich diese Administrationen von heute an, die neuen Universitätsreformen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Im Dilemma zwischen Wählergunst und Staatsverschuldung werden sogar noch Wirtschaft und Industrie eingeladen, nach ihrem Gutdünken die Reformen der Universitäten mit zu dirigieren.

(S. 77, selbe Stelle wie letztes Zitat, unmittelbar davor stehend.)

Er sagt also, er habe ein Problem identifiziert, das so groß und so bedrohlich ist, dass es von allgemeinem Interesse sei („unseren Kopf aus der Schlinge ziehen“). Dieses Problem – die ökologische Katastrophe – lasse sich nur durch mehr Bildung lösen. Wenn der Staat also einen Überlebenswillen habe, und ein wenig Vernunft, dann müsse er einsehen, dass die Förderung von Bildung in seinem Interesse ist. Anstatt dessen, für Riedl unbegreiflich, geht die Entwicklung in die verkehrte Richtung („Genau das Gegenteil ist der Fall.“)

Mich reizt es fast bis zum Zerspringen, wenn ich wahrnehme, wie jemand mit Organisationen vernünftig zu reden versucht. Warum das nicht funktioniert, ist leicht erklärt. Und es ist auch einem jeden Menschen klar, wenn es sich z.B. um ein Dieselauto handelt: Man kann in ein Dieselauto nur Diesel einfüllen, damit es fährt. Wer versucht, Wasser oder Salatessig in den Tank zu füllen, wird schlechte Erfahrungen machen. Mit welchem Treibstoff fährt der Staat? Darüber muss man sich Gedanken machen, wenn man dem Staat Handlungsoptionen vorschlägt. Wenn man sich dem Staat hingegen mit der Aufforderung „Tue, was vernünftig ist!“ – nähert, dann setzt das voraus, dass was auch immer in einer bestimmten Situation die vernünftige Reaktionsweise wäre, für den Staat auch Treibstoff sein kann, also die Kraft hat, ihn anzutreiben.

 

4. Die Bedrohung durch die ökologische Krise und den Weltuntergang

Mit zwei Begriffen bzw. Vorstellungen haben wir es also zu tun, wenn wir klären wollen, ob der Staat und die Universitäten auf die Anregungen Riedls überhaupt reagieren können:

  1. Irreparable Umweltschäden, bis hin zum ökologischen Kollaps der Erde;
  2. Bildung

Fangen wir mit dem Weltuntergang an. Sind Organisationen dazu imstande, den Weltuntergang als Bedrohung wahrzunehmen und entsprechende Vorkehrungen gegen ihn zu treffen? Weiß ich nicht, ich zweifle daran.

Es ist schon öfter darauf hingewiesen worden, dass Organisationen zu einem lemminghaften Verhalten neigen. Die amerikanischen Investorenphilosophen Warren Buffett und Charlie Munger haben das als den „institutionellen Imperativ“ bezeichnet. Dieser besteht darin, dass eine Institution oder Organisation dazu neigt, einer anderen einfach etwas nachzumachen, ohne selbst darüber nachzudenken, ob es sinnvoll ist.

Interessant ist die Begründung, warum der institutionelle Imperativ wirkt: Eine Organisation ist lieber mit anderen gemeinsam erfolglos als allein erfolgreich. Oder, wie es Buffett einmal formuliert haben soll: Von allen Lemmingen zusammen haben wir ein negatives Bild, aber keiner von ihnen allein hat eine schlechte Presse. Auch John Maynard Keynes soll diese Einsicht schon formuliert haben: Es sei besser konventionell zu scheitern als unkonventionell erfolgreich zu sein.

Für uns wichtig ist in dem Zusammenhang die Beurteilung der Frage, ob Organisationen den Weltuntergang überhaupt als ernsthafte Bedrohung wahrnehmen können. Zweifel daran sind angebracht: Nach dem Weltuntergang können sie keine schlechte Presse mehr bekommen, weil alle tot sind und es keine Presse mehr gibt.

Ich will damit nicht mehr sagen als: Wir müssen uns Organisationen vorstellen wie Lebewesen, die bestimmte Dinge sehen können und für andere blind sind. Kann die Politik ökologische Krisen sehen und sie als Problem wahrnehmen? Vielleicht, teilweise, kommt darauf an, wie sie ausfallen, wie sie in der Öffentlichkeit kommuniziert werden, etc. Aber ich bin mir sicher, dass der Staat die nächsten Wahlen sehen kann (bei der die Machtverhältnisse zwischen den Parteien wieder neu verteilt werden) und die Entwicklung der nationalen Steuerleistung.

Ein Verständnisproblem, das wir in dem Zusammenhang überwinden müssen, ist folgendes: Eine Organisation besteht zwar aus Menschen, sie ist aber kein Mensch. Das bedeutet: Es kann gut sein, dass die Menschen, die in den Organisationen tätig sind, und diejenigen, die sie leiten, heraufdräuende Katastrophen wahrnehmen können; aber obwohl sie dagegenzusteuern versuchen, wird das Boot der jeweiligen Organisation trotzdem von denjenigen Strömungen bewegt, für die es gebaut wurde.

Beispiel: Ein Wirtschaftsunternehmen ist dazu gebaut, Geld zu verdienen; Geld verdienen kann es auch mit einem umweltfreundlichen Produkt; aber wenn es mit dem speziellen umweltfreundlichen Produkt, das es auf dem Markt anbietet, nicht genügend Geld einnimmt, um seine Kosten zu decken, dann stirbt dieses Wirtschaftsboot. Eine politische Partei ist dazu gebaut, die Wahlen zu gewinnen und dann das Land zu regieren. Wenn sie an der Regierung ist, kann sie eine ökologische Krise verhindern. Aber wenn sie Maßnahmen trifft, um das Risiko einer ökologischen Krise zu senken und diese Maßnahmen die Bürger verärgern, sodass diese die Regierungspartei bei der nächsten Wahl abwählen, dann wird sie die ökologische Krise nicht verhindern können. Jedenfalls werden die Wahlen für die politische Partei unmittelbar wichtig sein, die ökologische Krise wird hingegen nur mittelbare Bedeutung haben.

Obwohl ich mich gegen Riedls Vernunftglauben wende, ist das, was ich vorschlage, wie man sieht, auch nichts Unvernünftiges: Organisationen nach dem zu beurteilen, wie sie gebaut sind.

 

5. Bildung von Organisationen zu verlangen: der Bildungsauftrag der Universitäten

Womit ich zum letzten Punkt komme, der mir auf dem Herzen liegt: Die Universitäten sollten zur Bildung der Bürger beitragen, meint Riedl, denn die Erfüllung ihres Bildungsauftrags werde von ihnen erwartet, und Bildung sei so wichtig im Umgang mit einer komplexen Welt angesichts der mächtigen Werkzeuge, die uns die Wissenschaft und die Technik in die Hand gegeben haben.

Aber: Können denn Universitäten Bildung überhaupt wahrnehmen? Vergessen wir nicht: Bildung ist in den Köpfen der Menschen, und in Köpfe kann man nicht hineinschauen. Wissen kann man freilich abprüfen: Man wird dann dafür Standards erarbeiten müssen und durch Prüfungen feststellen, ob die Menschen dem entsprechen. Aber das Problem dabei ist: Man kann nur konkretes Wissen abprüfen, und von der Bildung erwartet sich Riedl doch etwas ganz anderes, nämlich ein Gespür für die großen Zusammenhänge. Das abprüfbare Wissen ist ohnehin schon in den Ausbildungen enthalten; und diese sind in den akademischen Titeln und beruflichen Qualifikationen standardisiert. Um das Tatsachenwissen brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen, aber um die Bildung…

In der zweiten Tabelle, die ich vorgeschlagen habe, habe ich die Bildung nur auf der rechten Seite, auf der Seite des Individuums eingezeichnet. Das ist eine Überzeugung von mir, aber wir können sie gern diskutieren: Ich glaube, dass der Wert von Bildung überhaupt nur von demjenigen Menschen eingeschätzt werden kann, das durch eigene Anstrengung für sich persönlich Bildung erwirbt.

Wenn man Institutionen wie Schulen und Universitäten mit dem Bildungsbegriff „belästigt“, wird immer das Gleiche herauskommen: Sie werden versuchen, Bildung zu messen, um sie objektiv zu machen. Dabei wird herauskommen, dass sie sich nicht so einfach messen lässt. Dann wird des diejenigen Menschen in diesen Organisationen geben, die – wie Riedl – an die Bildung glauben, und andere, die nicht an sie glauben. Am Ende wird man sich für die Beurteilung der Leistungen der Organisation auf etwas einigen, an das alle glauben, weil es offen vor ihnen liegt – und das wird nicht die Bildung sein.

„Im Mittelpunkt [des Bildungsbegriffs, Anm. philohof] steht die persönlichkeitsbildende Auseinandersetzung mit bestimmten Inhalten, welche nicht durch einen wie auch immer gearteten gesellschaftlich-wirtschaftlichen „Bedarf“ vorgegeben sondern durch einen eigenständigen pädagogischen Bildungsbegriff definiert sind.
Die analytische Erziehungswissenschaft kritisiert zu Recht die Ungenauigkeit des, dem traditionellen (klassischen) Bildungsgefüge zugrundeliegenden Bildungsbegriffes, welcher sich nicht operationalisieren lasse und somit empirischen Untersuchungen verschlossen bleibe, was u.a. zur Folge habe, daß sich die Allgemeinbildungsvorstellung in der Bildungsrealität zu wenig widerstandsfähig gegen ihre Verkehrung erweise und benutzbar wäre als Legitimationsgrundlage für soziale Ungleichheit.“

Herbert Pelzelmayer: „I. Grundsätzliche Überlegungen zu einem neuen Bildungsbegriff“, in: Bundesministerium für Unterricht und Kunst: Zukunftsforum. I. Neuer Bildungsbegriff. Wien 1991, S. 9-15. Hier: S. 9.

So Prof. Dr. Herbert Pelzelmyer, damals (1991) Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Abteilung für Grundsatzfragen und Schulentwicklung, Wien. Er sagt es recht deutlich: Bildung – ist nicht operationalisierbar, ist nicht empirisch nachweisbar. Das kommt dabei heraus, wenn man einer Organisation einen Begriff in die Hand gibt, den sie nicht verwenden (operationalisieren) kann. Sie würgt daran herum, denn schließlich will ihre Umwelt doch offenbar was Wichtiges von ihr, doch dann spuckt sie ihn aus, weil sie ihn nicht brauchen kann.

Zusammengefasst: Den Begriff der Bildung in Organisationen wie Schule oder Universitäten einzufüttern, führt zur Reaktion „SYSTEM ERROR“!

Ich würde aus Pelzelmayers Aussage, dass der Bildungsbegriff nicht empirisch nachweisbar ist, übrigens nicht schließen, dass er überhaupt ein Phantasma ist, weil der Wissenschaft unzugänglich. Eher würde ich mutmaßen, dass es, weil Bildung ihr Ziel in der Entwicklung der individuellen Persönlichkeit findet, ebenso viele Bildungsvorstellungen und Bildungsziele gibt, wie es Menschen gibt. Auch von der Seite her lässt sich der Bildungsbegriff also nicht operationalisieren: Es gibt nicht den einen Bildungsstandard, den alle Menschen erreichen sollten.

 

6. Was Organisationen am liebsten tun: wachsen, wuchern und wichtiger werden!

Zum Schluss möchte ich noch Folgendes sagen: Rupert Riedls Buch ist merkwürdig inkonsequent. Denn lange Strecken lähmt er den Leser mit langwierigen Erzählungen über die Geschichte der Universitäten und die Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen, anstatt sein Argument zu entwickeln. Im Rückblick sind diese historischen Darstellungen aber äußerst interessant – und ich möchte nicht, dass man denkt, ich meine, das von mir negativ rezensierte (und von der Bibliothek der TU Wien ausgeschiedene) Buch sei nicht mehr lesenswert. Im Gegenteil, man erfährt daraus eine Menge über die Entwicklung der wissenschaftlichen Organisationen und wundert sich, dass all diese Informationen in kein Verhältnis zum Argument des Buchs gesetzt werden.

Zum Beispiel erzählt Riedl davon, in welchem Ausmaß in der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er Jahre die wissenschaftlichen Fächer an der Universität gewachsen sind und sich ausdifferenziert haben. Hier kann man Organisationen bei dem zusehen, was sie am liebsten tun: wachsen, wuchern und wichtiger werden – und immer mehr Ressourcen beanspruchen und Menschen an sich zu binden. Denn wir dürfen ja nicht vergessen, der Grund, warum Organisationen wachsen wollen, liegt letztlich in den Menschen, die von ihnen leben:

„Als ich 1946 an der Uni Wien zu studieren begann, gab es im Fach Zoologie einen Professor, zwei Assistentinnen, eine Sekretärin und einen Laboranten. Als ich, zurück aus den USA, 1971 die Leitung des Instituts übernahm, brachten wir es auf acht Professoren und Abteilungen mit insgesamt 77 ständigen Mitarbeitern

Andere Institute hatten sich sogar vervielfacht. Die Physik hatte sich in die Experimentalphysik, Festkörperphysik, Theoretische Physik, Radiumforschung und Kernphysik aufgespaltet, mit zwanzig Professoren und insgesamt 180 Mitarbeitern; die Chemie errichtete Institute für Organische, Analytische, Physikalische, Anorganische, Theoretische Chemie und Biochemie mit einem ebensolchen Personalstand.

In den Geisteswissenschaften erfolgte eine ähnliche Differenzierung. Neben dem Historischen Institut gab es nun Institute für Numismatik und Vorislamische Geschichte, für Österreichische Geschichtsforschung, Zeitgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, für Osteuropäische Geschichte und Südostforschung; allerdings schon in bescheideneren Maßen, Numismatik / Vorislamistik war beispielsweise nur mit einem Professor, einem Assistenten, einer Schreibkraft und einer Raumpflegerin besetzt.“

(Rupert Riedl: Die unheilige Allianz. S. 36-7)

 

© helmut hofbauer 2018