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philohof - die philosophische Homepage von Helmut Hofbauer

 

Sehr geehrte BesucherInnen meiner Website,

Sie befinden sich hier auf meiner persönlichen philosophischen Website. Das hat darin seinen Grund, dass ich mir gar nicht vorstellen könnte, dass Philosophie etwas anderes sein könnte als eine rein persönliche Angelegenheit. Mit Sicherheit ist sie kein akademisches Fach (obwohl heftig daran gearbeitet wird, eines aus ihr zu machen.)

Philosophie besteht in der Tätigkeit des Philosophierens - und beim Philosophieren bemüht man sich als einzelner, konkreter Mensch, der man ist, Vorstellungen zu hinterfragen, die einen beengen oder in die Irre führen. Da man diese Vorstellungen gewöhnlich aus der sozialen Umwelt übernommen hat, besteht die philosophische Tätigkeit darin, sich dasjenige wieder auszureden, das einem eingeredet worden ist.

In diesem Sinne beschäftigen sich die Texte und Arbeitsblätter auf meiner Website mit sozialen Institutionen, sozialen Ordnungen der Dinge und verbreiteten Überzeugungen, welche uns in unserer geistigen Selbstständigkeit einschränken oder von ihr ablenken. Dabei könnte ich sicherlich noch weitere Themenfelder integrieren, aber ich habe bei der Suche nach diesen Einschränkungen bisher vorwiegend die Bereichen Wissenschaft, Kultur und Ethik/Moral aufgearbeitet.

Denn was ist beispielsweise "Wissenschaft"? In der (irreführenden) Theorie ist es eine Praxis des Erkennens, bei der jeder Mensch mitmachen kann, wenn er sich nur an einige Regeln hält. In der gesellschaftlichen Realität ist sie hingegen der Verzicht auf das eigene Denken für die Meisten und dessen Delegation an einige wenige Fachleute.


Ein Beispiel für ein philosophisches Problem

Die Einschränkungen unserer geistigen Selbstbestimmung kommen ganz unschuldig daher und sind deshalb oft schwer erkennbar. Wer hat zum Beispiel nicht schon den Vorwuf gehört: "Das darf man nicht verallgemeinern! Das muss man differenziert sehen!" Nun, wenn man nicht verallgemeinert, wird man zu keinem eigenen Urteil kommen. Und wenn man zu keinem eigenen Urteil kommt, kann man zu keiner eigenen Handlungsentscheidung kommen, und Sie werden folglich nicht handeln können. Wenn man verallgemeinert, wird es, zugegebenermaßen, kein völlig gerechtes Urteil werden. Aber wenn man umgekehrt den Vorwurf, man dürfe nicht verallgemeinern, internalisiert, ist es eine perfekte geistige Selbstfesselung.

Zudem suggeriert der Vorwurf, dass "man" es ist, der denkt. Das lenkt Sie davon ab, dass Sie es sind, der denkt und hindert Sie daran, die volle Verantwortung für Ihr eigenes Denken zu übernehmen. Es suggeriert, dass das Ziel des Denkens in einer wahren Aussage besteht, die in erster Linie allgemeingültig und gerecht zu sein hat und dass das Denken eben nicht eine Tätigkeit sein sollte, die Sie selbst zu Ihrem persönlichen Nutzen unternehmen, um nämlich etwas über die Dinge zu lernen.

Sehen Sie, wie perfide der Vorwurf ist? Man kann nicht aufhören nachzudenken, wenn man sich all dieser geistigen Fußangeln erwehren will, die fortwährend ausgelegt werden, um uns zu Fall zu bringen.


Aktuelles Buch:

Überleben unter Menschen.
Weiterleben mit der Restpersönlichkeit.

232 Seiten, tredition, Hamburg 2017, ISBN: 978-3-7345-8733-7
Preis: 22,9 €. Erhältlich bei tredition (im Online-Shop).


Kurzbeschreibung:

Es ist mein erstes philosophisches Buch in literarischer Form. In ihm habe ich versucht darzustellen, dass der Anfang alles Nachdenkens für den einzelnen Menschen darin liegt, dass er sich völlig alleingelassen fühlt und merkt, dass es niemand für ihn tun wird, wenn er es nicht für sich selbst tut.

Nach einer Lesung aus meinem Buchmanuskript stand ein Herr in der letzten Reihe auf und sagte: "Die Philosophen haben die Welt nur unterschiedlich interpretiert; es kommt darauf an, sie zu verändern." - und bewies damit eindrucksvoll, dass er keinen einzigen Satz von dem verstanden hatte, was ich vorgelesen hatte.

 

Anmerkung: Diese Buchhandlung in Barcelona, in deren Keller dieses Foto entstand, existiert leider nicht mehr.

 

Wer auf meiner Website etwas Interessantes findet, ist eingeladen mir zu schreiben:
Ich bin sehr neugierig, ob es da draußen Menschen gibt.

 

 


© helmut hofbauer 2017

 

 

Ewa Siejka-Malerei